Annett Gröschner | Ein Koffer aus Eselshaut
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Ein Koffer aus Eselshaut

Berlin – Budapest – New York

Annett Gröschner
Peter Jung

Gebunden, 287 S. m. Fotos, 21,5 cm, 512 g
Preis: 22,00 €
ISBN 3-89401-432-6
2004 Edition Nautilus

Diese Biographie beschreibt eine extreme Vater-Sohn-Beziehung. Auf der Flucht vor Faschismus und Krieg erlebt Peter Jung Kindheit und Jugend als Provisorium: Berlin, Genf, Wien, Budapest – Trennung der Eltern im von den Nazis okkupierten Budapest, Neuanfang mit der Mutter im Nachkriegsdeutschland, schließlich – als 16jähriger – Emigration zum Vater nach New York, wo Peter Jung mit der Verwirklichung seines persönlichen „amerikanischen Traums“ beginnt.

Der legendäre Vater war nicht nur Kommunist, Schiffsentführer, Literat und Börsenfachmann, er war unstet in seinen Liebesbeziehungen wie in seinen Wohnorten und Beschäftigungen. Franz Jung war ein schwieriger Mann: zerstörerisch, entwurzelt, streng gegen sich und die anderen. Annett Gröschner versetzt uns in die Kindheit seines Sohnes Peter im Berlin der 30er Jahre. Sie beschreibt die Stationen der Flucht vor den Nazis, die die Familie nach Genf, Wien und Budapest verschlägt, und schließlich in das New York der 50er Jahre, wohin Peter seinem Vater als 16jähriger folgte. Hatte Franz Jung seine Autobiographie Der Weg nach unten genannt, so ist der Werdegang Peter Jungs ein Weg nach oben. In New York löst er sich von der schwierigen Vaterfigur und beginnt sein eigenes Leben. Als Manager in der Ölbranche wird er ein Weltenbummler bleiben.

Annett Gröschner gelingt es, auch die bizarre Komik der menschlichen Gegensätze und der wechselnden Beziehungsgeflechte zu schildern, in denen Peter Jung gelebt hat – die unterschiedlichen Frauen seines Vaters, die Emigrantenkreise. Mit Diskretion und ihrem eigenen Blickwinkel beschreibt sie das Leben eines der vielen Menschen, die mit einem kleinen Koffer loszogen, um ihr Glück in der Fremde zu suchen.

Buchbesprechung

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